©2019 by Gedankenkessel I Andrea Hennig

Eine würzige Gedankensuppe: Über Selbsteinschätzung, -überschätzung & -verwirklichung



Nimm dir nun einen Kaffee oder einen Tee und lies entspannt die gut gewürzte Gedankensuppe:


Es ist halb sechs Uhr morgens an einem Samstag und ich sitze an meinem Küchentisch. Der erst Kaffee steht schon einmal neben mir. Der Grund warum ich zu einer unchristlichen Zeit an einem Samstag wach bin, sind diesmal nicht die Kinder (die schlafen hoffentlich noch lange), sondern mein Kater, der mir wildes lustig in meine Füsse biss. Nun ist er draußen und ich an meinem Laptop, um die Woche gedanklich zusammenzufassen.


Anfang der Woche war ich zuhause. Mich begleitet seit einiger Zeit eine gewisse Unruhe, sodass diese sich auf mein Herz legt. Die eine Ärztin vermutet es könnte an meiner hohen L-Thyroxin-Einstellung liegen (Schilddrüsen-Tabletten für Unterfunktion), die andere Ärztin vermutet eine Verschiebung meiner mentalen Erkrankung. Genaueres werde ich wohl in den kommenden Wochen wissen.


Warst du schon einmal auf der Arbeit, ohne das du hättest da sein sollen & müssen? Ist mir am Mittwoch passiert. Da saß ich nun... am Schreibtisch und allein die Vorstellung, was ich hätte alles machen können...


Gedanklich habe ich mich mit einigen Themen diese Woche beschäftigt und meine Community aktiv teilhaben lassen:


"Selbsteinschätzung - wie beschreibst du dich als Person?"


Hast du dir einmal die Zeit genommen, dich als Person zu beschreiben? Wir beschreiben zu gern andere Personen, aber uns selbst? Ich habe meine Instagram-Community gefragt, wie sie sich als Person beschreiben würden und es kamen interessante Antworten:


  • "neugierig"

  • "noch nicht vollendet"

  • "Ich bin chaotisch, aber herzlich. Schüchtern, aber gesellig. Pessimistisch, aber fröhlich."

  • "Pippi Langstrumpf in Groß"

  • "Eine Seite Ruhe in Person, andere Seite aufbrausend hoch 10, dazwischen liebevoll liebenswert"

  • "Achtsam, wissensdurstig, sensibel"

  • "neugierig, begeisterungsfähig, positiv denkend, unterhaltsam

  • "kreatives Chaos"

  • "verrückt"

  • "Naturgeil trifft es wohl ganz gut". Okay, das war mein Mann... Männer haben sowieso eine interessante Selbsteinschätzung, von der wir Frauen doch so einiges lernen könnten...

Und du? Wie würdest du dich als Person beschreiben?


Nach der Selbsteinschätzung bearbeitete ich im Dialog mit einer Psychologin die Selbstüberschätzung.


Sobald wir ein festes Meinungsbild von uns haben, kommen die Selbstzweifel. Oft ist es nur ein kleiner Personenkreis, der unsere Selbstzweifel auslöst. Weil dieser Personenkreis diese Selbsteinschätzung nicht vertritt, kippt sofort unsere Balance. Verrückt....


Ich werde zum Alt-Hippi


Mein Mann verglich mich mit Thea Gottschalk (die Ex von Thomas Gottschalk) und ist der Meinung, ich würde zum Alt-Hippi mutieren.


Der Grund war mein farbenfrohes Bandana, das ich mir über den Kopf zog, dazu ein buntes Blumenkleid und ein wenig Rouge auf die Wangen ("du siehst immer so grau im Gesicht aus - sagte mir am Montag meine Kollegin").


...."da ist so viel buntes Treiben in dir - dieses Bild spiegelt es wunderbar wieder...."

Das ist eine passende Beschreibung, über die ich mich diese Woche besonders gefreut habe und beantwortet meinen Kleidungsstil.

Am Ende weiß ich, dass mein Mann genau das an mir liebt. Immerhin 20 Jahre, da verändert Frau sich halt... nicht nur im Gesicht...




Der Gedankenkessel kam diese Woche so richtig zum Kochen


Ich beschäftigte mich auch mit dem Gegenpol zum digitalen Alltag. Im deutschen Werteindex steht die Natur an erster Stelle. Wir wollen also raus, raus in die Natur - wandern ist momentan wieder stark im "Trend".


Apropos Trend. Auf einen Trend folgt immer ein Gegentrend. Lass das nur kurz auf dich wirken...


Ich fragte meine Instagram-Community, welchen Gegenpol sie zum digitalen Alltag haben. Und hier ihre spannenden Antworten:


  • "malen, schreiben, sticken"

  • "regelmäßige Brettspieltreffen"

  • "Natur & analoge Kreativität mit Stift & Papier"

  • "Gartenarbeit"

  • "Qi Gong"

  • "Lesen"

  • "Freunde treffen"

  • "Mit dem Hund raus in die Natur - Podcast hören"

  • "Fahrradfahren - mit den Kids Fussball spielen"


Die Gedankensuppe war nun gut gewürzt, aber es fehlte noch eine Brise Pfeffer


Die Schärfe folgte Donnerstag. Das Thema "berufliche Selbstverwirklichung - wenn nicht jetzt, wann dann...?!"


Es scheint ein derzeit starker Trend im Social-Media-Bereich zu sein, sich schnellstmöglich selbst zu verwirklichen. Ein regelrechtes digitales Peitschen auf vielen Kanälen. "Auch du kannst es schaffen!"


Ein einfaches Wegseppen wie bei Werbeunterbrechungen im TV scheint nicht möglich. Also wird der Selbtverwirklungsbrei ungewollt doch konsumiert, wie Gülle auf dem Land (ist mir leider auch Donnerstag auf dem Fussballplatz passiert. Frische Gülle-Luft und ich musste sie ungewollt einatmen).


Wer die Bedürfnispyramide von Maslow kennt, weiß, dass am Zipfel die Selbstverwirklichung steht. Und ganz menschlich ist es in einer bestimmten Lebensphase (unabhängig vom Alter), an diesem Punkt anzugelangen.


Aber was bedeutet nun Selbstverwirklichung wirklich? Das Thema habe ich heiß diskutiert und wird auf meinem Blog noch ein weiterer Bestandteil werden.


Fest steht: Wir sollten uns überhaupt nicht treiben lassen und insbesondere wir Mütter.... Die Tage sind zwar lang, aber die Jahre sind kurz. Dabei verlieren wir uns nicht und natürlich ist es selbstverständlich, dass wir uns beim 100.-Schaukelanschwung die Frage stellen: "Und das mache ich nun die nächsten Jahre...?" Abgesehen davon... sind es nur 3, dann schaukeln die Kids allein... Und dann ist immer noch Zeit.


Hab's fein.

Andrea

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